Schlagwort: Walachen

„Karpathia“ – Mathias Menegoz

Klappentext: Graf Alexander Korvanyi und seine Frau Cara kehren Wien 1833 den Rücken und wagen einen abenteuerlichen Neuanfang in Transsilvanien. Die gewaltige, seit Jahrzehnten vernachlässigte Burg und das Lehngut der Familie sind Teil einer rauhen Welt, die ungeahnte Gefahren birgt. Binnen kürzester Zeit bringt der Herrschaftsanspruch des ehrgeizigen Grafen das fragile Gleichgewicht zwischen den Völkern ins Wanken bis die Katastrophe unaufhaltsam scheint …

Mein Eindruck: In diesem Roman geht es nicht um jene voreingenommene Gedanken, die uns befallen, sobald wir von Transsilvanien sprechen.
Hier geht es um einen reinen historischen Roman, vollgepackt mit allem Wissen aus jener Zeit. Stellenweise glaubt man, ein Lehrbuch zu lesen.
Sicherlich ist es spannend zu erfahren, welcher Fluch auf den Besitztümern des Grafen seit dem Walachenaufstand 1784 lastet.
Interessanter fand ich die Konflikte zwischen dem ungarischen Adel und den rumänischen Leibeigenen. Es herrscht ein undurchschaubares Geflecht aus alten Feindschaften, verschiedenen Religionen und Aberglauben. Auf dem Lehnsgut leben Magyachen, Walachen und Sachsen. In bestimmten Jahreszeiten kommen noch Zigeuner hinzu …
Betrachtet man die Völkerwanderungen der Neuzeit, so bekommt der Roman einen ungeahnten modernen Anstrich.

ISBN: 978 3 627 00238 1
Verlag: Frankfurter Verlagsanstalt
Aus dem Französischen von Sina de Malafosse