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„Das Ende der Menschheit“ – Stephen Baxter

Klappentext: Vor vierzehn Jahren haben die Marsianer die Erde angegriffen. Vor vierzehn Jahren wurden sie geschlagen. Vernichtend, wie man glaubt. Seither herrschen Frieden und Wohlstand. Allein der Schriftsteller Walter Jenkins befürchtet eine erneute Invasion – und er soll recht behalten. Die Marsianer kehren zurück. Und sie wollen nur eines: Rache.

Meine Meinung: Ich bin immer skeptisch, wenn es darum geht, Klassiker neu aufleben zu lassen, oder Fortsetzungen zu präsentieren. Meine Neugier sollte mich in diesem Fall nicht enttäuschen.
Das Buch baut auf H.G.Wells „Krieg der Welten“ auf. Man sollte Wells Vision gelesen haben, bevor Baxters Buch überhaupt in Frage kommt.
„Das Ende der Menschheit“ setzt vierzehn Jahre nach dem vernichtenden Schlag gegen die Marsianer ein. Wir befinden uns im Jahr 1920. Natürlich ist das Leben seit dem ersten Marskrieg anders verlaufen, als wir es aus der Geschichte kennen. Und doch gibt es immer wieder Hinweise auf den ersten Weltkrieg und andere politische Ereignisse in jener Zeit. Die Welt, die Baxter in seinem Roman beschreibt, ist also nicht so fremd. Sie ist nur folgerichtig angepasst nach einem Krieg gegen eine außerirdische Zivilisation, die ursprünglich auf die Erde kam, um Rohstoffe für ihre Bedürfnisse zu beschaffen. Diese Konfliktsituation kommt uns auch heute noch bekannt vor: Denken wir nur an Erdöl.
In „Das Ende der Menschheit“ treffen wir auf viele Figuren aus Wells Roman. Außerdem begegnet der Leser einigen historischen Personen, näheres möchte ich hier nicht verraten.
Faszinierend finde ich den Stil, in dem Baxter seine Geschichte erzählt. Es ist, als würde man Wells lesen. Etwa so, als würde Wells sagen: „Mir ist da noch etwas eingefallen …“ Trotzdem ist der typische Baxter-Stil vorhanden. – Eine gelungene Verschmelzung.

Fazit: „Das Ende der Menschheit“ ist ein absolutes Muss für alle Fans von H.G.Wells. Voraussetzung für das Lesen und das Verständnis dieses Romanes ist allerdings das Kennen von H.G.Wells „Krieg der Welten“ (Roman – keine Filmadaption)

ISBN: 978 3 453 31845 8
Verlag: Heyne
Aus dem Englischen von Peter Robert

„Das Sündenhaus“ – Antonia Hodgson

1728. Tom Hawkins wird auf eine Bitte der Königin zu John Aislabies Herrensitz in Yorkshire geschickt. Er soll ein Rechnungsbuch beschaffen, das für die Queen sehr brisant ist. Es enthält wichtige Geldwechsel und Geschäfte, die im Zusammenhang mit der „Südseeblase“, einem bedeutendem Finanzskandal im 18. Jahrhundert, stehen.
Hawkins trifft auf dem Anwesen eine junge Frau, die sich als lange verschollene Tochter Aislabies ausgibt. Ist ihre Geschichte wahr?
Das Gut versinkt immer weiter in dunkle Machenschaften. Wer kooperiert mit wem und zu welchem Zweck?

„Das Sündenhaus“ ist ein klassischer whodunit – Krimi (kein Thriller!). Zwar steht in diesem Roman die „Südseeblase“ (–> wikipedia) im Hintergrund, doch plätschert die Handlung hier im Gegensatz zu den beiden Vorläufern des Buches in einer Art Sherlock – Holmes – Geschichte vor sich hin.
Trotzdem ist der Band lesenswert. Es gibt viele Wendungen in der Story und immer wieder Überraschungen.
Wie auch in den vorhergehenden Bänden („Das Teufelsloch“ und „Der Galgenvogel„) verwöhnt uns Antonia Hodgson mit wahren Begebenheiten und realen Personen aus dieser Zeit. Ein Nachwort gibt weitere Aufschlüsse zu den handelnden Personen und dem Schauplatz des Geschehens, der heute ein Kulturerbe ist.

Ich empfehle, alle drei Bände der Reihe nach zu lesen. Sie sind zwar in sich geschlossen, viele Verbindungen lassen sich so jedoch am besten nachvollziehen.

ISBN: 978 3 426 65440 8
Verlag: Knaur
übersetzt von Sonja Rebernik-Heidegger