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„The Man in the High Castle“ – Philip K. Dick

Das Orakel vom Berge
Klappentext: Was, wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte? Diese Frage machte Philip K. Dick zum Ausgangspunkt seines waghalsigsten und berühmtesten Romans.
Amerika 1962: Das Land ist geteilt – die Westküste japanisch, der Osten deutsch. Nur in den Rockies gibt es eine neutrale Zone. Dort sucht die junge Judolehrerin Juliana einen mysteriösen Autor, der den Widerstand entfachen könnte. Nur er scheint zu wissen, wie man dem Albtraum der falschen Geschichte entkommt.

Mein Eindruck: Man sollte den Roman unter den Gesichtspunken seiner Zeit lesen. Damals herrschte die Faust des kalten Krieges. Durch Europa zog sich der eiserne Vorhang und teilte die Welt in Ost und West mit ihren jeweiligen Systemen.
Philip K. Dick dreht in diesem Roman den Spieß um. Er geht von der haasträubenden Tatsache aus, dass Deutschland den Krieg gewonnen hat und Japan siegreich aus dem Pazifikkrieg (–> wikipedia) hervor ging. Die Welt wurde zwischen den deutschen und den japanischen Besatzungsmächten aufgeteilt. Durch Amerika zieht sich nun eine Grenze.
Das Auftreten verschiedener Figuren auf beiden Seiten zeigt auf, wie sich das Leben weiterentwickelt. Es zeigt aber auch die Schwierigkeiten, die der neue Alltag mit sich bringt. Philip K. Dick spricht von einem zerbombten Amerika nach Kriegsende, von neu aufgebauten Städten und Stadtvierteln, in denen nun einerseits japanische oder japanischstämmige Leute leben, andererseits deutsch oder deutschstämmige Menschen.
Auch die technische Seite entwickelt er weiter. So gibt es zum Beispiel so genannte Raketenflugzeuge, die Strecken zwischen Deutschland und der USA in kürzester Zeit überbrücken können (erinnert mich irgendwie an Hans Dominik).
In Dicks Vision gibt es ein Buch, dass auf der deutsch kontrollierten Seite verboten ist. In diesem Pamphet geht es darum, was geschehen wäre, hätte Hitler den Krieg verloren.

Fazit: Philip K. Dick ist immer lesenswert. Seine Ideen bereichern bis heute die Fantasien der Menschen. Dieses Buch ist, denke ich, eines seiner wichtigsten Werke. Er beschäftigt sich nicht nur mit einer was-wäre-wenn – Situation, sondern seziert so ganz nebenbei die Politik der 1950/ 1960er.

ISBN: 978 3 596 29841 9
Verlag: Fischer
aus dem Amerikanischen von Norbert Stöbe

„Die letzten Tage der Nacht“ – Graham Moore

Dieser hypnotisierende Roman widmet sich einem der spannendsten Themen der Geschichte – dem Stromkrieg.

Detailgetreu, alle Momente der Begebenheit aufgreifend, entwickelt der Autor seine Erzählung um den ersten und bis zu diesem Zeitpunkt größten Patentstreit im Bereich des Rechtswesens. Hier geht es nicht nur darum, wer die Glühlampe erfunden hat – das war nur der Auslöser der Debatte – hier geht es vor allem um die Elektrifizierung Amerikas und der ganzen Welt.

Dieser hervorragend recherchierte Roman zeigt die Schwierigkeiten der für uns heute so selbstverständlichen Stromgewinnung als diese noch in ihren Anfängen lag.
Thomas Edison und George Westinghouse waren erbitterte Gegner: Der eine setzte auf Gleichstrom, nutzte eine Art Inselsystem (ein Generator zur Unterhaltung weniger Haushalte), der andere setzte auf das bis heute übliche System Wechselstrom – transportierbar über viele Kilometer und bei weitem ungefährlicher als Gleichstrom.

Faszinierend ist auch die Rolle des Nikola Tesla – auf seinen Ideen beruht das Wechselstromsystem, das bis heute in jedem Haushalt zur Verfügung steht.

Klappentext:
New York, 1888. Der junge Anwalt Paul Cravath steht in einem der größten Patentkriege aller Zeiten dem berühmten Thomas Edison gegenüber. Es geht um ein Wunder, um eine bahnbrechende Erfindung: die Glühlampe. Und damit um die Macht, das gesamte Land zu elektrifizieren. Edison ist ein verschlagener und gefährlicher Gegner mit einem Netzwerk aus Spionen, gekauften Journalisten und der Unterstützung von J.P.Morgan höchstpersönlich. Aber Paul teilt eine Eigenschaft mit Edison: den absoluten Willen zu gewinnen.

Fazit:
Ein Roman für alle technisch begeisterten Leser und für alle Fans historischer Literatur.

ISBN: 978 3 8479 0624 7
Verlag: Eichborn