Kategorie: Roman

„Der Fall Kallmann“ – Hakan Nesser

Klappentext: Wer war Eugen Kallmann? Warum musste der beliebte Gesamtschullehrer in der beschaulichen schwedischen Kleinstadt sterben? Wirklich nur ein Unglücksfall, wie die Polizei behauptet? Als sein Nachfolger im Schwedischunterricht, Leon Berger, nach der langen Sommerpause seinen Dienst antritt, findet er im Pult unter Kallmanns Sachen eine Reihe von Tagebüchern, die sich als eine Mischung aus Dichtung und Wahrheit entpuppen und ihn schon bald daran zweifeln lassen, dass sein Vorgänger tatsächlich eines natürlichen Todes gestorben ist. Denn in seinen Einträgen behauptet Kallmann unter anderem, er würde die Gabe besitzen, in den Augen anderer Menschen erkennen zu können, ob sie gemordet haben. Und er scheint in den letzten Monaten seines Lebens einem nie entdeckten und nie gesühnten Verbrechen auf der Spur gewesen zu sein. Leon Berger will den Fall Kallmann lösen – seine privaten Ermittlungen setzen etwas in Gang, das schließlich die ganze Kleinstadt erschüttert.

Mein Eindruck: Der Roman ist etwas besonderes. Aus verschiedenen Gesichtspunkten (Lehrer/ Schüler/ Kleinstadtbewohner) wird das Leben und der tragische Tod des Lehrers Kallmann beleuchtet. Das der in seiner Freizeit versuchte, alte Kriminalfälle und verschiedene Lebensumstände im Ort zu analysieren, gibt genügend Spielraum für Spekulationen jeglicher Art.
Der Roman setzt sich aus Tagebucheinträgen verschiedenster Akteure zusammen. Dadurch bekommt der Leser das Leben in einer schwedischen Kleinstadt aus verschiedensten Blickwinkeln aufgezeigt. Das macht das Buch für mich wirklich interessant.
Der Aufbau erinnert mich an gewisse Schreibübungen, die dabei helfen, Charaktere zu entwickeln.
Dabei ist es völlig egal, ob der Roman in Schweden oder sonst wo spielt. Es ist ein Gesellschaftsroman, kein Krimi. Nesser seziert literarisch das Verhalten der Menschen unter bestimmten Vorraussetzungen. Wir kennen dies auch aus dem Alltag: Voyeurismus in Verbindung mit einem Unglück (z.B. Autounfälle – auf demselben Prinzip bauen viele Sendungen des Privatfernsehens auf).

ISBN: 978 3 442 75728 2
Verlag: btb
aus dem Schwedischen von Paul Berf

„Teilansicht der Nacht“ – Luiz Ruffato

3. Band des Romanzyklus „Vorläufige Hölle“
Der »Fortschritt« – Schlagwort der technokratischen Siebzigerjahre, in Brasilien Parole der Militärdiktatur – kommt bis nach Cataguases: Anstatt in gemieteten Verschlägen am Flussufer auf das nächste unweigerliche Hochwasser zu warten, baut, wer es sich leisten kann, im Stadtteil »Paraíso« am Stadtrand, wo gestern noch magere Kühe zwischen Termitenhügeln an trockenem Gras kauten, bescheidene Häuser aus Backstein, vier Zimmer, Wasserhahn in der Küche, Fernseher. Den Kindern soll es einmal besser gehen.

Ein Zirkus kommt in die Stadt. Karneval, Weihnachtsgeld, Fußball und ein hellblauer VW-Bus sorgen für Aufregung. Man staunt über emanzipierte Frauen, die aufsässige Jugend, sich lockernde Sitten, einen Mord und eine Radiosendung, in der die Deutschen angreifen.

Luiz Ruffatos fünfbändiges Romanprojekt »Vorläufige Hölle« ist ein historisches Porträt Brasiliens auf dem Weg von der Agrargesellschaft in das postindustrielle Zeitalter aus der Perspektive der arbeitenden, gewöhnlichen Menschen. Sein »kollektiver Roman« wechselt Perspektiven und Erzählzeiten, gehorcht eher der subjektiven Ordnung des mündlichen Erzählens und Erinnerns als einer strengen Chronologie und vermengt Geschehenes mit Gehörtem zu sprachlich faszinierenden Collagen.

Auch im dritten Band des Romanwerks, der auf dem Hintergrund der 1970er Jahre zwischen Militärdiktatur, Pop und vermeintlichem Fortschritt im brasilianischen Hinterland spielt, vermischen sich Fiktion und Erinnerung, staunende Kinderaugen und das Delirium Sterbender zu einem kraftvollen Tableau all der unspektakulären Leben, die eine Gesellschaft ausmachen.
(Inhalt: Verlagswebseite)

Mein Eindruck: Auch diesmal ähnelt der Aufbau und Schreibstil dem der beiden Vorromane.
Faszinierend finde ich die detailgetreue Beschreibung des Lebens der einfachen Menschen. Die Suche nach einer Arbeit, die Sorge, die Raten für das eben gebaute Haus – in dem es keinen Strom, kein Wasser gibt – nicht mehr aufbringen zu können, Naturkatastrophen, Überschwemmungen, plötzlich vor dem Nichts stehen – all das beschreibt Ruffato bildhaft, präzise, poetisch.

„Teilansicht der Nacht“ kann einzeln gelesen werden. Ich empfehle, den Zyklus „Vorläufige Hölle“ der Reihe nach zu lesen. Dadurch vervollständigt sich das Bild, man bekommt ein Panorama vor Augen.

ISBN: 978 3 86241 434 5
Verlag: Assoziation A
aus dem Portugiesischen von Michael Kegler

„Vorläufige Hölle“
1. Band: „Mama, es geht mir gut“
erschienen 2013
2. Band: „Feindliche Welt“
erschienen 2014
3. Band: „Teilansicht der Nacht“
erschienen 2017
4. Band: noch nicht erschienen
5. Band: noch nicht erschienen

„Feindliche Welt“ – Luiz Ruffato

2. Band des Romanzyklus „Vorläufige Hölle“
Der alte Zé Pinto weigert sich, zu sterben. Während er sich im Dämmerlicht billiger Videofilme hartnäckig ans Leben klammert, wartet der Neffe darauf, endlich dessen Lebenswerk, die »Gasse«, eine Ansammlung von Armenbehausungen, abreißen zu können. Alles zerfällt. Aus São Paulo kommen die Jungen zurück, stolz die einen im VW-Käfer, der Wohlstand vorgaukelt, zumeist gescheitert die anderen. Auf der Suche nach dem, was geblieben ist von der Familie, die »alles (war), was wir nicht hatten«.

Zé Pintos Gasse, eines der Armenviertel der Textilindustriestadt Cataguases im Landesinneren Brasiliens, ist Dreh- und Angelpunkt dieses zweiten Teils des Romanzyklus »Vorläufige Hölle«. Sie ist Zwischenstation und vorübergehende Heimat derjenigen, die aus dem kargen, archaischen Leben auf dem Land in das Elend der Städte ziehen. Wohnstätte der Dienstboten und Industriearbeiter, Ausgangspunkt der nächsten Migration. Ziel der vergeblichen Rückkehr. Wie schon »Mama, es geht mir gut« ist auch dieser Roman ein sorgsam zerrissenes Gewebe aus Geschichten und Gedanken, aus Vergangenem und schüchternen Ausblicken in die Zukunft. Die Erzählstränge sind ineinander verwoben, manchmal begegnen sie sich, manchmal laufen sie nebeneinander her.

Mit geradezu körperlicher Empathie stellt Luiz Ruffatos Projekt einer Geschichte des brasilianischen Proletariats Individuen in den Vordergrund, die umgeben von einer großen und feindlichen Welt im Sog der Geschichte zu überleben versuchen.
(Inhalt: Verlagswebseite)

Mein Eindruck: Genauso wie im ersten Teil der Romanreihe „Mama, es geht mir gut“ muss sich der Leser auf Zeitsprünge, auf Sprünge in der Erzählweise einlassen.
Der Roman, ein bunter Flickenteppich aus Gedanken, Kurzgeschichten, Szenen, Episoden liest sich stellenweise wie ein Notiz- oder Tagebuch.
Trotzdem zieht das Buch den Leser in seinen Bann. Hautnah erlebt man mit, wie die Zeit die Armenbevölkerung einholt, ganze „Wohngassen“ dem Wohlstand weichen müssen.
Die Modernität überholt alte Lebensgewohnheiten wie sie der erste Band beschreibt. Und doch bleibt die Armut, wird sogar noch schärfer …

ISBN: 978 3 86241 430 7
Verlag: Assoziation A
aus dem Portugiesischen von Michael Kegler

„Vorläufige Hölle“
1. Band: „Mama, es geht mir gut“
erschienen 2013
2. Band: „Feindliche Welt“
erschienen 2014
3. Band: „Teilansicht der Nacht“
erschienen 2017
4. Band: noch nicht erschienen
5. Band: noch nicht erschienen

„Mama, es geht mir gut“ – Luiz Ruffato

1. Band des Romanzyklus „Vorläufige Hölle“
Ein brutaler Familienpatriarch, der mit Axthieben und Brandrodung das Land urbar macht und seine junge Frau »an die Nabelschnur endloser Schwangerschaft« fesselt. Eine unter Schmerzen sterbende Frau. Ein Sohn, der in einem Dialog mit seiner Mutter die Vergangenheit Revue passieren lässt. Ein Mann, der sich eines Verbrechens schuldig fühlt, das er vielleicht gar nicht begangen hat. Ein verschwundener Ehemann. Ein Lehrer, der ein schreckliches Geheimnis hütet. Schonungslos beschreibt Luiz Ruffato die Härte, die Entbehrungen und die Grausamkeit des Landlebens, das die Welt italienischer Einwandererfamilien im Hinterland der Berge von Minas Gerais in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts prägt.

Es ist diese Enge und Bedrängtheit des Lebens, der die heranwachsenden Jugendlichen zu entfliehen suchen. Sie machen sich auf in ein vermeintlich besseres Leben, in die nächste Kleinstadt, dann nach Rio oder São Paulo. Den erdverbundenen Werten der Alten, die in einem Tal hinter der Staubstraße eine Heimat gefunden haben, steht die Faszination der Jungen für die Lichter des Fortschritts gegenüber. Die Träume sind bescheiden, Worte werden nur wenige gewechselt, die weite Welt reicht zunächst nur bis zur nächstgrößeren Ansiedlung.

Das Buch bildet den Auftakt des Romanzyklus »Vorläufige Hölle«, mit dem Ruffato den Armen, den einfachen Leuten, den Migranten eine Stimme verleiht. Er hebt sie aus ihrer literarischen Vergessenheit und lässt so die Geschichte des brasilianischen Proletariats wiederauferstehen. Innere Monologe wechseln mit poetischen Passagen, mit Szenen von dramatischer Intensität. Unprätentiös, frei von Sozialromantik und auf höchstem literarischen Niveau. Ruffatos Saga des proletarischen Brasilien ist nüchtern, schmerzhaft und kompromisslos.

Die Übersetzung wurde von litprom – Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika e.V. sowie dem brasilianischen Kulturministerium gefördert.
(Inhalt: Verlagswebseite)

Mein Eindruck: Der Roman lässt mich einigermaßen ratlos zurück. Nicht, was den Inhalt betrifft. Es ist der Stil, der mich verblüfft. Mal gibt es eingeschobene Szenen, die Kursiv gedruckt, dann wieder Szenen, die fett gedruckt sind. In beiden Varianten wird in der Zeit oder die erzählende Sichtweise gewechselt, gesprungen. Es gibt Sätze, die nicht enden, nur andeuten.
Trotzdem ist der Inhalt zu erfassen, nicht so leicht, manchmal stellt sich die Frage, wer gerade spricht. Es ist, als müsste man sich beim Lesen detektivisch beweisen, ähnlich wie bei Gabriel Garcia Marquez.
Gerade deshalb öffnet sich der Blick auf die Lebensweise der armen Bevölkerung Brasiliens.

Wer sich diesem Roman (-zyklus) öffnet, findet eine Welt vor, für uns völlig fremd, kaum vorstellbar. – Unbedingte Leseempfehlung!

ISBN: 978 3 862 41421 5
Verlag: Assoziation A
aus dem Portugiesischen von Michael Kegler

„Vorläufige Hölle“
1. Band: „Mama, es geht mir gut“
erschienen 2013
2. Band: „Feindliche Welt“
erschienen 2014
3. Band: „Teilansicht der Nacht“
erschienen 2017
4. Band: noch nicht erschienen
5. Band: noch nicht erschienen

„Freitags im Enricos“ – Don Carpenter

In den wilden Tagen der Beat Generation trifft sich die Bohème von San Francisco jeden Abend in den Bars von North Beach, um nächtelang zu trinken und zu diskutieren. Die jungen Schriftsteller sind voller Tatendrang und Lust, das Leben in all seinen Facetten zu ergründen. Der Roman fängt nostalgisch eine Epoche ein, in der alles möglich schien und die Welt sich dennoch weiterdrehte.
(Inhaltsangabe: Schutzumschlag)

Mein Eindruck: Ein Stück Lebensphilosophie.
Der Roman spiegelt eine ganze Generation, deren Leben, deren Träume. Es geht um eine Gruppe junger Literaten und jenen, die es werden wollen.

>>Während ganz Kalifornien dem Sommer der Liebe entgegenfiebert, ringen vier aufstrebende Literaten um ihren ganz persönlichen Erfolg: Die 19-jährige Jaime ist die Tochter eines Journalisten und hat das Schreiben im Blut. Ganz im Gegensatz zu ihrem Verlobten Charlie, einem Veteran aus Korea, der verbissen an seinem großen Kriegsepos arbeitet. Die beiden sind befreundet mit dem Müßiggänger Dick, der sich auf dem Erfolg einer einzigen Kurzgeschichte ausruht, die der Playboy veröffentlicht hat. Eines Nachts gesellt sich der Einbrecher und Juwelendieb Stan zu ihnen, der ein außergewöhnliches Talent für das Verfassen von Groschenromanen offenbart. Gemeinsam lachen und streiten sie, ohne zu merken, dass um sie herum eine Dekade zu Ende geht.<<
(amazon.de)

Mithilfe von bildhaften, ausgemalten Szenen gelingt es dem Autor, das Fühlen und Denken jener Generation festzuhalten. Und doch geht vieles, was hier als Lebensalltag beschrieben ist, nahe. Ist es doch so, dass das Leben als solches, Szenen des Lebens, sich in vielen Lebensläufen wiederfinden. Sei es damals oder heute.

Der Roman ist nicht nur spannend und anders, er verkörpert das Leben vor einer viel zu hektischen und technisierten Zeit.

ISBN: 978 3 608 96079 2
Verlag: Klett – Cotta
Übersetzt von Bernhard Robben

„Der Susan – Effekt“ – Peter Hoeg

Wieder stellt Peter Hoeg eine charakterstarke Persönlichkeit in den Vordergrund.

Susan, eine Physikerin und Wissenschaftlerin kehrt mit ihrer Familie aus Indien zurück. Dort gab es einige Vorfälle, die ihren Mann und ihre Kinder mit dem Gesetz in Konflikt geraten ließen.
In Dänemark gelingt es Susan mit dem Außenminister, der sie nach Indien schickte, um dort gewisse wissenschaftlich orientierte Aufgaben zu erledigen, einen Deal zu schließen. Sie verhört bestimmte Personen, die in Verbindung mit einer geheimnisvollen Zukunftsorganisation stehen. Doch das erweist sich als gefährlich: Susan hat eine ungewöhnliche Begabung. Menschen, die sich in ihrer Nähe aufhalten, fühlen sich bewogen, die Wahrheit zu sagen. Plötzlich gerät ihr Leben aus den Fugen …

Der Roman ist ähnlich aufgebaut wie Hoegs Bestseller „Fräulein Smillas Gespür für Schnee„. Es geht um eine charakterstarke Persönlichkeit, die aus der Not heraus gezwungen ist, gegen die Organe des Staates zu kämpfen. Im Hintergrund spielt immer ein gewisser gesellschaftskritischer Ton.

Wer Fräulein Smilla mochte, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Susan ist für mich die zweite Hauptfigur aus Peter Hoegs Kosmos, die mir immer in Erinnerung bleiben wird.

ISBN: 978 3 499 27203 5
Verlag: Rowohlt
übersetzt von Peter Urban-Halle

„Die goldene Stadt“ – Sabrina Janisch

Peru 1887: Ein Gerücht geht um. Augusto Berns will El Dorado, die verlorene Stadt der Inka entdeckt haben.
Wer ist der Mann? Woher kam er?

Erst vor kurzem erfuhr man, dass das sagenumwobene Machu Piccu in Peru von einem deutschen Abenteurer entdeckt wurde. Sabrina Janisch erzählt in ihrem plastisch und fantastisch (dennoch historisch korrekt) anmutendem Roman aus dem aufregendem Leben des Abenteurers.

Das Buch ist ein Erlebnis, lässt den Leser in exotische Welten eintauchen, zeigt, was es bedeutet, für einen Traum zu leben.

ISBN: 978 3 871 34838 9
Verlag: Rohwolt

„Kalkutta“ – Shumona Sinha

Trisha kehrt anlässlich der Einäscherung ihres Vaters zurück in ihre Geburtsstadt Kalkutta. Die Jahre, die sie im Ausland verbrachte, änderten die Sichtweise auf ihre Heimat. Es fällt ihr schwer, Indien mit neuen Augen zu bereisen.
Schonungslos beschreibt die Autorin Eindrücke und Gefühle ihrer Hauptfigur während der Rückkehr.
Als Trisha im Haus ihres Vaters eintrifft, wird sie von Erinnerungen überrannt. In Rückblenden erzählt sie die Geschichte ihrer Familie und zeichnet damit ein Bild der Gesellschaft Indiens ab den späten sechziger Jahren. Sie lässt dadurch die politische Vergangenheit Westbengalens – von der britischen Kolonialzeit bis zur jahrzehntelangen kommunistischen Regierung seit den späten 1970er Jahren – aufleben.

„Kalkutta“ ist ein sprachgewaltiges Epos. Die Sprache ist so ausgefeilt, beinahe könnte man von einem Poem (im russischen Stil –> wikipedia) sprechen …

ISBN: 978 3 960 54010 6
Verlag:Edition Nautilus GmbH
Aus dem Französischen von Lena Müller.

„Das Labyrinth der Lichter“ – Carlos Ruiz Zafon

1959: Im Auftrag der politischen Polizei soll Alicia Gris das Verschwinden des einflußreichen Ministers Mauricio Valls aufklären. Die Spuren führen die junge Frau zurück in ihre alte Heimatstadt Barcelona.
Als sie ein geheimnisvolles Buch entdeckt, das sich bis vor kurzem im Besitz des verschwundenen Ministers befand, taucht sie tief ein in die Wirren ihrer Vergangenheit: Sie findet Hinweise und Antworten in der Buchhandlung Sempere & Söhne, betritt erneut den Friedhof der vergessenen Bücher.

„Das Labyrinth der Lichter“ bildet den Abschluß der Romane um den Friedhof der vergessenen Bücher. Es gibt ein Wiedersehen mit allen Figuren der Reihe, dessen lose Fäden der vorhergehenden Romane hier kunstvoll miteinander verknüpft werden.
Das Buch präsentiert sich, genauso wie seine Vorläufer, sprachgewaltig, bildhaft, fantasievoll und spielt vor dem Hintergrund Barcelonas 1954, zur Zeit des Franco – Regimes.

„Das Labyrinth der Lichter“ kann einzeln gelesen werden, der Roman ist in sich geschlossen. Ich empfehle allerdings, alle vier Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen …

ISBN: 978 3 10 002283 7
Verlag: S. Fischer

Die Romane um den Friedhof der vergessenen Bücher:

Teil 1: „Der Schatten des Windes“
An einem dunstigen Sommermorgen des Jahres 1945 wird der junge Daniel Sempere von seinem Vater an einen geheimnisvollen Ort in Barcelona geführt – den Friedhof der Vergessenen Bücher. Dort entdeckt Daniel den Roman eines verschollenen Autors für sich, er heißt ›Der Schatten des Windes‹, und er wird sein Leben verändern …

 

 

 

 

Teil 2: „Das Spiel des Engels“
Wir schreiben das turbulente Jahrzehnt vor dem Spanischen Bürgerkrieg, als alles aus den Fugen gerät. Die Bevölkerung Barcelonas explodiert, die Stadt expandiert, Gaudí erschafft seine Kathedrale, Banden kontrollieren ganze Stadtviertel und die Anarchisten zünden ihre Bomben. Der junge David Martín fristet sein Leben als Autor von mysteriösen Kriminalromanen und Detektivgeschichten. Als ernsthafter Schriftsteller verkannt, von einer tödlichen Krankheit bedroht und um die Liebe seines Lebens betrogen, scheinen seine großen Erwartungen sich in nichts aufzulösen. Doch einer glaubt an sein Talent: Der mysteriöse Verleger Andreas Corelli macht ihm ein Angebot, das Verheißung und Versuchung zugleich ist. David kann nicht widerstehen und ahnt nicht, in wessen Bann er gerät…
Mit unwiderstehlicher erzählerischer Kraft lockt uns Carlos Ruiz Zafón wieder auf den Friedhof der Vergessenen Bücher: mitten hinein in einen Kosmos voller Spannung und Phantastik, Freundschaft und Liebe, Schrecken und Intrige.

 

Teil 3: „Der Gefangene Des Himmels“
Jäh wird das traumschöne Barcelona aus dem Schlummer gerissen und zum Schauplatz eines rasanten Abenteuers: Als Fermín, ein charmanter Herumtreiber, überraschend Besuch von einem mysteriösen Fremden bekommt, holen ihn finstere Intrigen aus der Zeit des Spanischen Bürgerkriegs ein. Sie bedrohen nicht nur sein Leben und Liebesglück, sondern schlingen sich bald auch um das Glück seiner Freunde … Spannender als je zuvor entführt uns Carlos Ruiz Zafón mit erzählerischem Furor in eine magische Geschichte von Verfolgung, Liebe und Freundschaft.

 

(Bildquellen und Kurzbeschreibungen von amazon.de)

„Telex aus Kuba“ – Rachel Kushner

Kuba in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts: Die Kinder K.C. Sites und Everly Sanders führen ein sorgenfreies Leben. Ihre Väter arbeiten für amerikanische Großkonzerne, leben in luxuriösen Häusen mit mehreren Angestellten.
Doch langsam vollzieht sich eine Wende im Leben der Kubaner. Für die ortsansässigen Amerikaner, von denen ein Teil sogar auf Kuba geboren wurde, ist es völlig unverständlich, wieso plötzlich ihre Welt zusammenbricht.
In den Bergen versammeln sich immer mehr Revolutionäre, die nicht mehr mit ansehen wollen, wie ihre Landsleute von den Amerikanern ausgebeutet werden. Es kommt zu Anschlägen, Zuckerrohrfelder werden in Brand gesteckt, die amerikanischen Firmeninhaber verjagt.

Rachel Kushner umreißt mit „Telex aus Kuba“ eine spannende Zeit in der Geschichte der Insel. Im Roman begegnet der Leser allen wichtigen Personen jener Tage: Roul Castro, Fidel Castro, Diktator Batista, US-Präsident Eisenhower. Sogar Hemmingway hat seinen Auftritt.

Der Roman ist bestens geeignet für Leser, die mehr aus der kubanischen Geschichte erfahren wollen. Es kann sein, dass die einzelnen Erzählstränge und Sichtweisen anfangs etwas verwirren, man gewöhnt sich jedoch schnell daran …

ISBN: 978 3 498 03446 7
Verlag: Rowohlt
aus dem Amerikanischen von Bettina Abarbanell