Kategorie: Film

Film: „In a Valley of Violence“

westernInhalt (amazon.de): Texas, 1890: Paul (Ethan Hawke) ist unterwegs nach Mexiko. In der gottverlassenen Stadt Denton – von ihren zwielichtigen Bewohnern nur „Valley of Violence“ genannt – trifft der Outlaw auf den berüchtigten Bandenführer Gilly. Die beiden geraten aneinander und es kommt zum Kampf. Weil er der Sohn des gnadenlosen Sheriffs (John Travolta) ist, lehnt sich kaum jemand gegen Gilly auf, doch Paul lässt sich nicht einschüchtern und stellt sich ihm als hartnäckiger Gegner in den Weg. Die Situation eskaliert und löst eine unberechenbare Kettenreaktion aus. Auf beiden Seiten wird der Ruf nach blutiger Rache immer lauter. Als dann auch noch ein grausames Geheimnis aus Pauls Vergangenheit ans Licht kommt, ist das Gemetzel nicht mehr zu stoppen …
„In a Valley of Violence“ ist ein packender, moderner Western mit Ethan Hawke und John Travolta, bei dem sich Action und Rache mit jeder Menge Blut und Staub vermischen.

Es war die Tatsache, dass Ethan Hawke die Hauptrolle in diesem Western spielte, die mich dazu bewog, mir diesen Film zu Gemüte zu ziehen. Er war auch in dem Remake von „Die glorreichen Sieben“ zu sehen, wo er mir sehr imponierte.
Auch hier ist Hawke als cleverer Außenseiter zu bewundern, der seine Figur mit fortschreitender Handlung immer weiter herausstellt und dessen Lebenslauf (ein ehemaliger Soldat der Nordstaaten, der des Tötens überdrüssig wurde) zur Handlung zwingt.

Der Film ist besonders für Liebhaber klassischer Italowestern geeignet. Vieles erinnert an „Django“ oder an die legendären Sergio Leone Klassiker. Wäre dieser Western in den sechziger Jahren entstanden, hätte ich mir auch sehr gut Clint Eastwood („Für eine Handvoll Dollar) in der Hauptrolle vorstellen können – Ein wortkarger Held, der zuviel in seinem Leben sah und in eine Lage gerät, die ihm einfach keine Wahl lässt.
Abenteuer, Rache, eine Spur Ironie – Der Italowestern ist zurück!

Darsteller:
Ethan Hawke
John Travolta
Taissa Farmiga
Karen Gillan
James Ransone

Produktionsjahr:
2015

Erscheinungstermin:
12.01.2017

Trailer (engl.)

Im Kino: „Die glorreichen Sieben“

Inhalt:
Angst, Schrecken, Tod – der fiese Geschäftsmann Bartholomew Bogue (Peter Sarsgaard) herrscht mit eiserner Kontrolle über die Stadt Rose Creek. Weil sie seine Drangsalierungen nicht länger ertragen können, engagieren die Einwohner in ihrer Verzweiflung sieben Männer mit fragwürdigen Geschäftsfeldern: den Kopfgeldjäger Sam Chisolm (Denzel Washington), den Spieler Josh Farraday (Chris Pratt), den Gesetzlosen Vasquez (Manuel Garcia-Rulfo), den Fährtenleser Jack Horne (Vincent D’Onofrio), den Scharfschützen Goodnight Robicheaux (Ethan Hawke), den Krieger Red Harvest (Martin Sensmeier) und den Auftragskiller Billy Rocks (Byung-Hun Lee). Die sieben Herren sollen Bogue ausschalten. Doch noch während sie die Stadt auf eine Schlacht einschwören, finden die Söldner heraus, dass für sie weit mehr als nur Geld auf dem Spiel steht…
(Quelle: filmstarts.de)

Meine Meinung:
Ich war mißtrauisch. Ein Remake dieses großen Klassikers? Gab es doch schon damals Nachfolgefilme, die nie an den Erfolg des Erstlings anknüpfen konnten (s. wikipedia). Und wer sollte denn solche Kinolegenden wie zum Beispiel Steve McQueen, Charles Bronson oder James Coburn ersetzen? Es zog mich dann doch ins Kino …

Der Film an sich ist wirklich gut. Er hat alles, was einen klassischen Western ausmacht: Freiheit, Abenteuer, große Charaktere, Rache, Gerechtigkeit. Doch wieso soll das ein Remake sein? Gut, die Story an sich ist ähnlich (!) der Vorlage. Sicherlich gibt es hunderte Filme, die nach demselben Prinzip funktionieren (nicht nur Western, auch Krimis und Thriller …).
Im Vorfeld meines Kinoabenteuers las ich irgendwo, das absichtlich andere Namen für die Hauptfiguren geschaffen wurden, weil auch die Darsteller selbst völlig andere Personen in Szene setzten. Auch das Verhältnis der Sieben untereinander ist hier völlig anders. Irgendwie ist jeder in gewisser Weise von seinem Anführer abhängig. Das war im Original nicht so, da lagen die Gründe für dieses Abenteuer bei jeder Figur in ihrer eigenen Vergangenheit.
Während des Filmes fragte ich mich, warum eben jene neu geschaffenen Sieben (die sich von ihrem Original unterscheiden) ihre Vorgänger zeitweise zitieren: „Hätte Gott gewollt, dass sie nicht geschoren werden – wieso hat er sie zu Schafen gemacht?“; „Ich kannte einen Mann. Er sprang aus dem fünften (Originalfilm: der zehnte) Stockwerk eines Hochhauses. An jedem Fenster, an dem er vorbei kam, sagte er: Soweit gings gut.“ …

Fazit: „Die glorreichen Sieben“ (2016) ist ein gelungener Western. Doch sollte dieser Streifen meiner Meinung nach, für sich stehen. Ohne diese Zitate und mit einem anderen Titel – denn dieser Film ist kein Remake – wäre dieses Abenteuer groß genug, in den Herzen seiner Fans weiter zu leben. So bleibt immer der Fade Geschmack eines Remakes, das keines ist und die Gefahr des Vergessens ist viel größer …

Darsteller:
Denzel Washington
Chris Pratt
Ethan Hawke

Regie:
Antoine Fuqua

Kino: „The Hateful 8“

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Quentin Tarantino hat ein neues Epos geschaffen: „The Hateful 8“. Genau wie sein vorhergehender Film „Django Unchained“ handelt es sich hier um einen Western, angelehnt an den Stil der großen Italowestern.
Der politisch – gesellschaftliche Hintergrund, den jeder Spagettiwestern genauso wie dieser Film zu bieten hat, dreht sich um Rassismus in seiner reinsten Form. Hier treffen Farbige auf Weiße, gesellschaftlich höher stehende Leute auf vermeintlich niederes Gesindel, Henker/ Sheriff auf Gefangene, Kopfgeldjäger auf ihre Vergangenheit.

Der Film ist in sechs Kapitel unterteilt, ähnlich einem Roman:

  • Last Stage to Red Rock
  • Son of a Gun
  • Minnie’s Haberdashery
  • Domergue’s Got a Secret
  • The Four Passengers
  • Black Man, White Hell

Der Inhalt des Films ist relativ schnell erklärt. Eine Postkutsche, besetzt mit einem Kopfgeldjäger und dessen Gefangene, versucht sich vor einem aufkommenden Schneesturm bis zur nächsten Postkutschenstation „Minnies Miederwarenladen“ durch zu schlagen. Auf dem Weg dorthin begegnet die Kutsche einem weiteren Kopfgeldjäger und einem vermeintlichen Sheriff.
Als der Schneesturm losbricht, treffen seltsame Charaktere in Minnies Miederwarenladen aufeinander. Eine explosive Mischung …

Einige Elemente dieses Western erinnern mich stark an „Spiel mir das Lied vom Tod“. Gegen Ende hatte ich den Eindruck, Tarantino bediene sich an einem seiner alten Filme: „Reservoir Dogs“.

Ich bin mir auch nicht sicher, ob es sich hier wirklich um einen Western im eigentlichen Sinne handelt. Nur weil Hüte getragen werden und das Ganze in den Bergen Wyomings spielt, ist das noch kein Western. Die Haupthandlung spielt in Minnies Miederwarenladen. Für mich ist dies ein Theaterstück, aufgeführt auf einer Bühne, begrenzt durch Kapitel. Ein amerikanisches Volkstheaterstück, da deren Geschichte eine große Rolle spielt, Rassismus in Bezug auf aktuelle Geschehnisse (weiße Polizisten, die farbige Menschen misshandeln) allgegenwärtig ist.

(Bildquelle: www.moviepilot.de)