„Trügerisches Licht“ – Patricia Melo

Auf dem ersten Blick weht über Patricia Melos Krimiwelt ein Hauch von Aghata Christie. Beschäftigt man sich jedoch ausdauernd mit ihren Romanen, öffnet sich dem Leser eine gesellschaftskritische Welt – sie zeichnet Brasilien, Sao Paulo, in all seinen Schattierungen, nimmt kein Blatt vor den Mund.

„Trügerisches Licht“:
Im Mittelpunkt steht Kommissarin Azucena. In einer Männerwelt, durchsetzt von Vorurteilen nicht nur ihr gegenüber, sondern der Frau als solches gegenüber, kämpft sie in diesem merkwürdigen Fall eines scheinbaren Selbstmordes nicht nur gegen Anfeindungen aus ihren eigenen Reihen. Die Situation spitzt sich zu, als sie einen Kreis, bestehend aus Kripobeamten, ausfindig macht, die als Mörder in der Stadt ihr Unwesen treiben.
Selbst im Privatleben der Kommissarin (in den meisten Romanen finde ich dieses Beiwerk mittlerweile nur noch nervend) setzt sich die Kritik an Melos Stadt fort. Hier geht es um soziale Belange, um Korruption.

Klappentext:
Sensationslust folgt überall den gleichen Regeln: Schön ist interessanter als hässlich, reich spannender als arm und nichts geht über einen ermordeten Star. Ein abgründiger Krimi über den Kontrast zwischen glamouröser Fernsehwelt und einem Brasilien, das im Chaos versinkt.

Fazit:
Ein Politthriller, der alle Leser, die den politischen Krimi in seiner Ursprungsform (zum Beispiel „Roman über ein Verbrechen“ von Maj Sjöwall und Per Wahlöö ->wikipedia) schätzen lernten und immer auf der Jagd nach solchen Werken sind.

ISBN: 978 3 608 50215 2
Verlag: Tropen
Aus dem brasilianischen portugiesisch von Barbara Mesquita

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