„Lagune“ Nnedi Okorafor

laguneInhalt: Im Internet wird verbreitet, vor der Küste einer der bevölkerungsreichsten Städte der Welt sind Außerirdische gelandet. Bald darauf versucht das Militär religiöse Führungspersönlichkeiten, Diebe und Wahnsinnige zu kontrollieren, die verschiedenste Informationen auf YouTube teilen und damit Panik in den Straßen verursachen.
In der Zwischenzeit beraten die politischen Supermächte über einen nuklearen Präventivschlag, der die Eindringlinge auslöschen soll. Es gibt nur vier Personen, die das Auslöschen von siebzehn Millionen Einwohnern verhindern können: ein außerirdischer Botschafter, eine Biologin, ein Rapper, ein Soldat … (Quelle: amazon.de)

Ich bin mir nicht sicher, ob dieser ideenreiche, tief beeindruckende und den Leser nachdenklich zurücklassende Roman wirklich nur in die Schublade der SF gehört. Eigentlich ist das Werk eine Kreuzung aus Gesellschaftsroman, Science Fiction und Utopie.

Neben dem Erzählstrang der Landung von Außerirdischen ist hier sehr viel vom Leben in Lagos (Nigeria) zu erfahren. Es geht dabei um politische Machtverhältnisse, Korruption, soziale Mißstände. Große Fragen werden erörtert – Wie stellt sich Nigeria bzw. Lagos seine Zukunft vor? Wie kann der Umweltverschmutzung Einhalt geboten werden? Brauchen wir dafür Außerirdische oder können wir das alles selbst bewerkstelligen?

Der Umstand, das Außerirdische die Gestalt der Menschen annehmen können, ist nicht neu. Dies wurde schon in unzähligen Werken fabriziert. Hier ist es jedoch so, dass die Außerirdischen vor Lagos im Meer landen, deshalb keine Menschen weißer Hautfarbe kennen. Ich frage mich, ob es in der SF schon einmal Außerirdische Besucher schwarzer Hautfarbe gegeben hat …

Dieser empfehlenswerte Roman ist sehr tiefgehend, fantasievoll und steckt voller Abenteuer. – Für alle Leser klassischer SF-Literatur.

ISBN: 978 3 86425 873 2
Verlag: Cross Cult

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